Fotografie
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Mit Faltenbalg und Festbrennweite – Frühling im Studio

Fotos auf denen kleine und kleinste Dinge formatfüllend abgebildet werden finde ich ungemein faszinierend – aus zwei Gründen! Zum einen ist es die ungewohnte Sehweise verbunden mit einer ganz eigenen Ästhetik. Zum anderen ist die technische Umsetzung solcher Bilder nicht gerade trivial.

Diesen Bereich der Fotografie nennt man Makrofotografie. Sie beginnt, wenn das fotografierte Objekt mindestens genau so groß auf dem Kamerasensor abgebildet wird wie in der Realität. Der Abbildungsmaßstab beträgt dann 1:1.  Ist das Objekt auf dem Sensor größer als in der Realität vergrößert sich der Maßstab. Die Leistung von Makro-Objektiven wird über diesen Maßstab gekennzeichnet. Mann kann also sagen: Je größer der Maßstab, desto leistungsfähiger und teurer ist das Objektiv!

Beliebt sind in der Makrofotografie Pflanzenmotive und Insekten, die man insbesondere im Freien findet. Dort ist auch der natürliche Feind der Makrofotografie zu Hause: der Wind! Der lässt Blüten und Blätter schwanken, was bei einem Schärfentiefenbereich von wenigen Millimetern große Geduld und gute Nerven erfordert. Außerdem benötigen wir noch jede Menge Licht für kleine Blenden und kurze Verschlusszeiten.

Ich habe mir heute den Frühling ins Studio geholt und vor schwarzem Hintergrund ein paar Fotos gemacht. Dabei hatte ich optimale Bedingungen: kein Wind, soviel Licht wie ich wollte und ein Motiv, dass sich nicht bewegt! Das Licht kam von einem Systemblitz den ich mit Funk über die Kamera ausgelöst habe. Die ersten Aufnahmen habe ich dann mit einem 100mm-Makro-Objektiv gemacht. Der Abbildungsmaßstab war damit jedoch begrenzt. Um noch mehr ins Detail zu gehen habe ich mein uraltes Faltenbalggerät aus dem Schrank geholt. Das hatte ich ursprünglich zum Reproduzieren von Dias angeschafft, vor bestimmt über 40 Jahren. Mit einem Pancolar 1.8/50 von Pentacon (kein Makro-Objektiv!) und einem Adapter für Canon-Bodys sind Abbildungsmaßstäbe möglich, die jedes Profiobjektiv verblassen lassen!

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