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Udo Lindenberg – Stuttgart 28. Mai 2016

Der digitale Vorhang hebt sich, tosende Wellen auf einem imaginären Meer auf der VideoWall hinter der Bühne, die „Nachtigall“ erhebt sich in die Lüfte, schwebt mitten durchs Stadion auf die Bühne zu und die vierzigtausend Gäste hält nichts mehr auf den Sitzen… It´s show time! Ein fulminanter Start und wenn ich ehrlich bin hätte ich nicht weniger erwartet. Was dann passiert beschreibt der Artikel in den Stuttgarter Nachrichten sehr gut. Bei mir und meiner Frau machen sich „Dauergrinsen“ breit und jede Menge Spaß in den knapp drei Stunden Show. Ich erkenne Helge Schneider am Saxophone und Otto und höre so abgefuckte Gitarrenriffs wie schon lange nicht mehr. Die Abwechslung zwischen ganz großer Showbühne und leisen Balladen ist umwerfend und Udo mit seinen 70 Jahren unglaublich präsent. Am Ende Udos Versprechen: „Wir sehen uns wieder!“ – Da bin ich mir nicht ganz sicher, aber unglaublich froh hier gewesen zu sein! Eine ganz tiefe Verneigung vor dir und deinem Lebenswerk (auch wenn du das nicht hören willst…) Die „Bunte Republik Deutschland“ ist meine Heimat  und „Wozu sind Kriege da“ …

Keren Ann – Keren Ann

Das TFF in Rudolstadt heißt jetzt Rudolstadt Festival und Keren Ann kannte ich bis vor zwei Wochen noch nicht – ein Skandal! Es ist – in der Tat -magisch, das Rudolstadt Festival. Und ich bin infiziert. Bekannte Gegenmittel bis jetzt: Langeweile, Ahnungslosigkeit, Nichtinteresse!… Vor ein paar Wochen habe ich mich entschlossen in diesem Jahr wieder einmal Teil diese Festivals zu sein. 2013 bei „Tiger Lillies“ und „The Blind Boys Of Alabama“ habe ich Konzerterfahrung für mich neu definiert. In diesem Jahr sind „Element Of Crime“ die wirklich einzigen Bekannten für mich – seit vielen Jahren! So schaue ich immer wieder in die News vom Rudolstadt Festival und irgendwann lese ich das „Line up“ steht! Ein Name taucht auf: Keren Ann – kenne ich nicht… also recherchieren. Da gibt es vielversprechende YouTube-Videos, MP3-Downloads eher wenige. Bei Amazon werde ich dann fündig: fast alle CD´s von ihr für unter 2€ auf dem Gebraucht-Markt. Die MP3-Alben zum Download sind mit ca. 9€ nicht ganz so günstig… Aus Holland, England und Deutschland kommen die CD´s – und ich? – bin …

Joris – SWR3 New Pop Festival 11. September 2015

Joris ist sympathisch, macht Spaß und ist für mich DER Newcomer 2015. Joris  hält sich NICHT an Konventionen! Das was er singt meint er auch so… Akribisch wird beim New Pop Festival auf die Sendezeit von 60min geachtet! Das heißt ein Konzert geht nie länger als geplant: American Authors (2014), London Grammar (2014), Katzenjammer (2015) nach exakt 60min ist Schluss – anders bei Joris! Unplugged, man könnte fast meinen der Strom auf der Bühne wäre gekappt gewesen – wegen der 60min – setzt Joris sein Herz über (den) Kopf und spielt und spielt und singt und fliegt auf einer Wolke von Sympathie und marschiert zu seiner Musik mitten durchs Publikum… Auf dem Weg nach Baden Baden haben wir überlegt, welche Songs wir eigentlich von Joris kennen, uns ist nur einer eingefallen: „Herz über Kopf“ Aber so geht man wenigstens unvoreingenommen in ein Konzert. Es fällt Joris nicht schwer das Publikum für sich zu gewinnen, wenn er seine Seele vor ihnen ausbreitet und die Geschichten zu seinen Liedern erzählt, warum sie gerade so sind wie sie sind und …

Katzenjammer – SWR3 New Pop Festival 11. September 2015

Konzertbeginn 23.30 Uhr, Einlass eine Stunde früher… Wir hatte im Vorverkauf leider keine Karten bekommen, das Losverfahren hatte uns für Joris (19.30 Uhr im Kurhaus) vorgesehen.  Der Entschluss das Konzert dennoch zu besuchen fiel um 22 Uhr vor dem Kurhaus in Baden Baden, als noch jede Menge Karten angeboten wurden. Dass das nicht die Regel ist, musste ich letztes Jahr bei London Grammar erfahren! Der Entschluss ist mir nicht leicht gefallen da ich eigentlich schon ziemlich k.o. war, aber ich habe ihn keine Minute bereut! Katzenjammer aus Norwegen gibt es seit 2005. Ich kenne sie seit ungefähr 2010 als auch in Deutschland ihr 2008 in Norwegen erschienenes Album „Le Pop“ verkauft wurde. Das Album beginnt mit einer stillen „Overture“ die mich an die Band „The Tiger Lillies“ erinnert und dann direkt in die wohl bekannteste Nummer „A Bar in Amsterdam“ reinknallt… Auf CD macht das schon richtig Spaß, kommt aber doch ein bisschen brav daher – man bekommt jedoch einen kleinen Vorgeschmack auf das, was die vier Frauen live auf die Bühne bringen! Das ist der Knaller! Von der ersten bis zur …

Hubert von Goisern – Esslinger Burg am 23. Juli 2015

Hubert von Goisern – ein Name wie ein Denkmal, Musikbotschafter, Alpenrocker, Liedermacher, Weltmusiker… An Songs wie „Brenna tuats guat“ (2011) oder Weit, weit weg (1992) erinnere ich mich gleich bei den ersten Akkorden auf der Bühne! Im Mai erschien sein neues Album „Federn“. Inspiriert von Blues und Bluegrass in der flirrenden Energie New Orleans. „Goisern war auf Musiksuche im Süden der USA. Und das, was er mitgebracht hat, ist stimmig, von der druckvollen Rocknummer über den schwungvollen Countrysong bis hin zur herzensschweren Ballade. PedalSteel und Stromgitarre, Cajun und Ziehharmonika. Alles ist Goisern. „Federn“ ist ein leichtes Spiel. Denn die Rhythmen der Country- und Bluegrassmusik müssen nicht mit heißer Nadel an die österreichische Klangbasis gestrickt werden. Sie passen einfach – als wäre es nie anders gewesen. Seltsam, wie Hubert von Goisern das immer wieder fertig bringt: man fühlt sich in der Welt zu Hause.“ (Amazon) Der Veranstaltungsort Esslinger Burg ist wie geschaffen für solche Abende. T-Shirt-Wetter bis gegen Mitternacht, mit 4000 Besuchern eher ein lauschiges Open-Air-Plätzchen, die Bühne passend und der Sound perfekt abgemischt und an …

Taylor Swift – Lanxess Arena Köln am 19. Juni 2015

Die Nordwest Zeitung schrieb am 21.06.2015 dazu: Köln Wenn bei Taylor Swift die Bühne abhebt, ist dies auch symbolisch zu sehen. 16 000 kreischende Fans feierten den US-Star beim Auftritt am Freitagabend in der Lanxess Arena in Köln. Mit dabei auch Hits wie „Shake it Off“, bei denen auch ihre Eltern mitsingen konnten. Und es auch taten. Mit einem Doppelpack-Konzert in Köln ist der US-Star an diesem Wochenende gleich zweimal in Deutschland zu sehen. Andere Länder gehen bei der „1989 World Tour“ dagegen leer aus. Mit lediglich acht Auftritten macht sich die 25-Jährige rar in Europa. Bevor die Welttournee in Nordamerika weitergeht, spielt Swift noch in den Niederlanden, Großbritannien und Irland. Nicht nur aus Deutschland waren deshalb die Fans – meist jung und weiblich – angereist, um ihrem Idol in Köln nahe zu sein. „16 Stunden aus Ungarn gefahren, um dich zu sehen“ war auf einem Plakat zu lesen. Hoch war auch der Aufwand für die Verkleidungen. Viele Mädchen hatten sich Lichterketten umgehängt und blinkten bunt wie amerikanische Weihnachtsbäume. Andere kamen im Cheerleader-Outfit oder hatten …

Nils Petter Molvær – Baboon moon

Wer bläst so schwer durch Raum und Zeit? Der Molvær ist’s, mit neuem Geleit! Und abermals mit einem von Grund auf renovierten Fusion-Ansatz. Seine Trompete und der Rock sollen es diesmal richten, genauer gesagt spaciger Prog-Rock. Um der Idee eine gewisse Legitimität abseits des Jazz zu verleihen, hat sich der Norweger den Madrugada-Drummer Erland Dahlen sowie Stian Westerhus, einen Gitarristen mit Bachelor der Middlesex University, ins Studio geladen. Wer ein wenig mit der musikalischen Geschichte von Nils Petter Molvær vertraut ist, der ahnt, dass auch „Baboon moon“ keine leichte Kost sein dürfte. Und es stimmt: Das drölfzehnte Album – wer mag bei diesem Backkatalog noch wirklich zählen wollen? – ist ein ziemlich zäher Brocken. Aber oft überwältigenden Materials! Die zentralen Stücke auf „Baboon moon“ sind jene drei, die weit ausholen und mit voller Wucht geradewegs ins Gesicht schlagen. Bei „Recoil“ und „Sleep with echoes“ semmelt die Percussion alles nieder, während die Gitarren um sich schratzen und sägen. Molvær versucht mit seiner Trompete ein Gegengewicht zu dieser übermächtigen Wall of Sound zu erzeugen, was ihm im …

Radiohead – Kid A

Das Album ist durch eine Abwendung von den gitarrenorientierten Rocksongs auf The Bends (1995) und OK Computer (1997) gekennzeichnet. Nach den mehrjährigen Tourneen zu „OK Computer“ beschloss die Band zusammen mit Produzent Nigel Godrich, einen anderen Zugang zur Musik zu finden. Resultat waren eine mehrjährige Produktionszeit und Songs, die wenig mit Songs im klassischen Sinne (Strophe-Refrain-Schema) zu tun haben. Auch die Instrumentierung war untypisch; Gitarren kommen selten zum Einsatz, ein prägendes Instrument sind dafür die Ondes Martenot. Im Vorfeld der Veröffentlichung wurde auf Werbemaßnahmen quasi komplett verzichtet, so gab die Band keinerlei Interviews, auch gab es keine Videos oder Single-Auskopplungen, stattdessen wurden Blips in Umlauf gebracht. Sowohl das amerikanische Musikmagazin Rolling Stone als auch das Online-Magazin Pitchfork Media wählten „Kid A“ zum besten Album der Jahre 2000-2009. Das Album wurde 2001 mit dem Grammy Award for Best Alternative Music Album ausgezeichnet. Quelle: Wikipedia Trackliste: Everything In Its Right Place (4:11) Kid A (4:44) The National Anthem (5:48) How To Disappear Completely (5:55) Treefingers (3:42) Optimistic (5:16) In Limbo (3:31) Idioteque (5:08) Morning Bell (4:28) Motion …

Music – neue Kategorie

Zur Musik bin ich mit ungefähr 14 Jahren gekommen. Das war in den späten Siebzigern, so genau weiß ich das nicht mehr. – In dieser Zeit hatte ich die ersten Kontakte mit Alben von Genesis, Pink Floyd, YES und anderen. Später mit King Crimson, Tangerine Dream, Eloy aber auch Al Jarreau und George Benson. Im grauen Alltag der Sinnsuche Heranwachsender haben wir diese Musik eingesogen wie Drogen. Auf den Plattenspielern unserer Eltern mit Platten, die illegal über „Plattenringe“ in die DDR kamen. Diese Zeit war magisch! Das Prinzip „Plattenring“ war einfach. Besser man wusste nicht woher die Alben stammten und wie sie in die DDR gekommen waren. Die Platten waren neu und original eingeschweißt. Öffnen bedeutete Kauf. Die Preise zwischen 80 und 120 DDR-Mark waren astronomisch! Manche Platten waren nicht mehr eingeschweißt. Die wurden dann mit abenteuerlicher, oft selbst gelöteter Kabeltechnik auf Kassetten kopiert („überspielen“ nannten wir das damals…). Und Kassetten mit 90min Spielzeit, mit Platz für zwei Alben waren genau so selten und die von ORWO, die Einzigen in der DDR, von übler Qualität und total überteuert. Es gibt Alben, die begleiten mich seit …