Alle Artikel in: Musiktip

Yes – Tales from Topographic Oceans

Erscheinungsdatum war der 7. Dezember 1973 – Als man Musik noch in die Hand nehmen konnte, ich meine die Zeit als Tonträger noch LP hießen, war es immer ein ganz besonderer Moment, ein Doppelalbum in den Händen zu halten. Es war viel schwerer als ein normales Album und die Außen- und die Innenseite ergaben oft ein zusammenhängendes Bild. Ehrfürchtig war der Moment des ersten Öffnens. Manche Platten waren auch als Alben gestaltet mit nur einer LP. Vielleicht kommt auch daher die Bezeichnung „Album“? Man hielt ein Bild in den Händen von über 60 x 30cm , 1A Druck mit jeder Menge Musik darin! Ich habe es geliebt. Vinyl hatte (und hat) eine Spielzeit von ca. 25min je Seite. Und jetzt kommt ein Album mit vier(!) Stücken auf vier Albumseiten – Ich habe das Album Ende der Siebziger zum ersten mal gehört. Es war neu, ungewohnt und ich war 15 oder 16 Jahre alt und „geflasht“, wie man heute sagen würde. Dieses Hörerlebnis hat meinen Musikgeschmack entscheidend geprägt. Dieses Album ist genial und zeitlos! Nebenbei habe ich nach einem Audioplayer gesucht, der …

Keren Ann – Keren Ann

Das TFF in Rudolstadt heißt jetzt Rudolstadt Festival und Keren Ann kannte ich bis vor zwei Wochen noch nicht – ein Skandal! Es ist – in der Tat -magisch, das Rudolstadt Festival. Und ich bin infiziert. Bekannte Gegenmittel bis jetzt: Langeweile, Ahnungslosigkeit, Nichtinteresse!… Vor ein paar Wochen habe ich mich entschlossen in diesem Jahr wieder einmal Teil diese Festivals zu sein. 2013 bei „Tiger Lillies“ und „The Blind Boys Of Alabama“ habe ich Konzerterfahrung für mich neu definiert. In diesem Jahr sind „Element Of Crime“ die wirklich einzigen Bekannten für mich – seit vielen Jahren! So schaue ich immer wieder in die News vom Rudolstadt Festival und irgendwann lese ich das „Line up“ steht! Ein Name taucht auf: Keren Ann – kenne ich nicht… also recherchieren. Da gibt es vielversprechende YouTube-Videos, MP3-Downloads eher wenige. Bei Amazon werde ich dann fündig: fast alle CD´s von ihr für unter 2€ auf dem Gebraucht-Markt. Die MP3-Alben zum Download sind mit ca. 9€ nicht ganz so günstig… Aus Holland, England und Deutschland kommen die CD´s – und ich? – bin …

Nils Petter Molvær – Baboon moon

Wer bläst so schwer durch Raum und Zeit? Der Molvær ist’s, mit neuem Geleit! Und abermals mit einem von Grund auf renovierten Fusion-Ansatz. Seine Trompete und der Rock sollen es diesmal richten, genauer gesagt spaciger Prog-Rock. Um der Idee eine gewisse Legitimität abseits des Jazz zu verleihen, hat sich der Norweger den Madrugada-Drummer Erland Dahlen sowie Stian Westerhus, einen Gitarristen mit Bachelor der Middlesex University, ins Studio geladen. Wer ein wenig mit der musikalischen Geschichte von Nils Petter Molvær vertraut ist, der ahnt, dass auch „Baboon moon“ keine leichte Kost sein dürfte. Und es stimmt: Das drölfzehnte Album – wer mag bei diesem Backkatalog noch wirklich zählen wollen? – ist ein ziemlich zäher Brocken. Aber oft überwältigenden Materials! Die zentralen Stücke auf „Baboon moon“ sind jene drei, die weit ausholen und mit voller Wucht geradewegs ins Gesicht schlagen. Bei „Recoil“ und „Sleep with echoes“ semmelt die Percussion alles nieder, während die Gitarren um sich schratzen und sägen. Molvær versucht mit seiner Trompete ein Gegengewicht zu dieser übermächtigen Wall of Sound zu erzeugen, was ihm im …

Radiohead – Kid A

Das Album ist durch eine Abwendung von den gitarrenorientierten Rocksongs auf The Bends (1995) und OK Computer (1997) gekennzeichnet. Nach den mehrjährigen Tourneen zu „OK Computer“ beschloss die Band zusammen mit Produzent Nigel Godrich, einen anderen Zugang zur Musik zu finden. Resultat waren eine mehrjährige Produktionszeit und Songs, die wenig mit Songs im klassischen Sinne (Strophe-Refrain-Schema) zu tun haben. Auch die Instrumentierung war untypisch; Gitarren kommen selten zum Einsatz, ein prägendes Instrument sind dafür die Ondes Martenot. Im Vorfeld der Veröffentlichung wurde auf Werbemaßnahmen quasi komplett verzichtet, so gab die Band keinerlei Interviews, auch gab es keine Videos oder Single-Auskopplungen, stattdessen wurden Blips in Umlauf gebracht. Sowohl das amerikanische Musikmagazin Rolling Stone als auch das Online-Magazin Pitchfork Media wählten „Kid A“ zum besten Album der Jahre 2000-2009. Das Album wurde 2001 mit dem Grammy Award for Best Alternative Music Album ausgezeichnet. Quelle: Wikipedia Trackliste: Everything In Its Right Place (4:11) Kid A (4:44) The National Anthem (5:48) How To Disappear Completely (5:55) Treefingers (3:42) Optimistic (5:16) In Limbo (3:31) Idioteque (5:08) Morning Bell (4:28) Motion …