Autor: Thomas

12tel Blick – November 2018

Donnerstag, 29. November, 7.30 Uhr. Der Blick nach draußen ist trüb. Nebel liegt über der Fünftälerstadt! 10 Minuten später sehe ich, dass er sich lichtet. Um 8 Uhr habe ich meine Kamera eingepackt und mache mich auf den Weg. Um 8.30 Uhr bin ich an meinem Aussichtspunkt und der Nebel hat sich fast vollständig verzogen. Die Sonne taucht hinter dem Helfenstein auf und hüllt die Hochfläche der Schwäbischen Alb und alles was sich dort oben befindet in warmes Sonnenlicht. Ein kalter Ostwind bläst die letzten Nebelschleier davon und der blaue Himmel lässt sich blicken! – Nicht lang! Die wärmende Sonne lässt über dem kalten, feuchten Boden bald wieder Nebel aufsteigen und taucht die Stadt wieder in trübes Licht. Nach einer Stunde ist das Spektakel vorbei! Und als nächstes dann das Finale dieser Serie! 12tel Blick, das Projekt von Tabea Heinicker wird fortgeführt von Eva Fuchs.

12tel Blick – Oktober 2018

Dienstag, 30. Oktober 2018 7.50Uhr. Die meisten Menschen sind auf dem Weg zur Arbeit. Unsere Kinder können ausschlafen, sie haben Herbstferien. Bevor ich mich auf den Weg mache nehme ich mir noch einen Moment Zeit, um meinen Oktober-Blick zu fotografieren. Endlich eine Stimmung, die zum nahenden November passt. Es hat geregnet. Der Boden ist nass. Es riecht nach Herbst.  Der Himmel ist grau und grau in grau könnte man meinen, ist die Landschaft. Aber noch ist Farbe in den Bäumen und auf der Wiese! Eher zufällig angefangen, quasi immer auf den letzten „Drücker“, habe ich mich entschlossen den vierwöchigen Abstand beizubehalten. So plane ich das Shooting bewusst für das Ende des Monats. 12 Bilder über ein Jahr, immer der gleiche Standpunkt, immer die gleiche Perspektive – das ist der 12tel Blick! Für das nächste Motiv in 2019 habe ich schon eine Idee. Aber bis dahin kommen in dieser Serie noch zwei Bilder! Und ich mache mich jetzt auch auf den Weg… 12tel Blick, das Projekt von Tabea Heinicker wird fortgeführt von Eva Fuchs.

12tel Blick – September 2018

29. September 2018 früher Abend. Die Sonne taucht nun deutlich früher hinter der Albhochfläche ab. Ihr Verlauf ist viel flacher und endet nicht mehr exakt im Westen wie im Juni. Der Winter erobert schon die Nacht. Es ist Herbst, unverkennbar! Das Blättergrün verfärbt sich zu gelb, orange und rot und lichtet sich deutlich. Der Jahreskreis dreht sich weiter. Vielen Dank für Eure Anteilnahme am Tod meiner Mutter! Das hat mich sehr berührt! Inzwischen ist einige Zeit vergangen aber greifbar ist das für mich noch nicht. Das Leben geht weiter! Der Oktober steht unmittelbar bevor und mit ihm jede Menge Veränderungen in unserer Familie. Studium, Abitur, neues Projekt und neuer Job. Da ist man froh über jede Konstante im Leben. Wie bspw. morgen Mittag das „Herbstgrillen“ mit lieben Freunden. Das Erste fand 2005 statt, vor nunmehr 13 Jahren. Unsere Kinder waren noch klein bis sehr klein. Inzwischen begleiten sie uns nicht mehr zu dem Event, gehen ihre eigenen Wege. Umso mehr Zeit bleibt für die Gründungsmütter und -Väter wieder einmal die Ereignisse, den unglaublichen Sommer, den Urlaub, das Erlebte, die kleinen …

12tel Blick – August 2018

31. August 2018 morgens… Ein unglaublich langer, farbenfroher und sonniger Sommer geht merklich seinem Ende entgegen. So wie heute Nacht ein langes, erfülltes und glückliches Leben zu Ende gegangen ist! Den Juli-Blick hast Du noch kommentiert, mein liebes Mütterchen, für den August-Blick blieb Dir leider keine Zeit mehr! Nach den farbenfrohen Bildern der letzten Monate ist dieses eher trostlos. Am Himmel graue Regenwolken, die Bäume verlieren schon das Laub, das Gras ist braun und vertrocknet. Abschied macht sich breit! Und doch strahlen die grünen und gelben Früchte Zuversicht aus und Vorfreude auf einen goldenen Oktober und eine reiche Ernte… Dieses große Glück, diese Zuversicht und Vorfreude waren Teile von Dir. Ganz intensiv durften wir das bei Deinem achtzigsten Geburtstag im letzten Mai erleben, den Du im Kreise deiner großen Familie, Deiner Kinder, Enkel und Urenkel und Deiner Freunde über alle Generationen und Altersgruppen hinweg gefeiert hast. An dem Tag habe ich dieses Foto von dir gemacht. Ich danke dir für alles, was du mir gegeben hast! An dieser Stelle jedoch ganz besonders für die Naturverbundenheit, ohne die meine Bilder nicht …

12tel Blick – Juli 2018

31. Juli 2018, 20.30 Uhr, die Sonne steht tief im Westen, das Thermometer zeigt 32°C, ein unglaublicher Sommer ist das dieses Jahr! Wieder habe ich bis zuletzt gewartet, die letzte Gelegenheit sozusagen und bin wieder nicht enttäuscht worden. Ich habe dieses Mal meinen Sohn mitgenommen. Er hat ein paar Runden mit unserer Drohne gedreht. Leider hatten wir die GoPro vergessen, sonst hätte es im Juli noch ein paar Luftbilder gegeben. Vielleicht das nächste Mal, ganz sicher aber von unserem Urlaub! Ich genieße diese Zeit! Die Kinder haben endlich Ferien, der Urlaub steht kurz bevor, ein großes Sommerfest mit unseren Freunden liegt ein paar Tage zurück und beruflich gibt es nun auch eine Veränderung, auf die ich mich sehr freue! Sogar der Katze geht es wieder besser… Alles in allem: Das Leben ist schön!       12tel Blick, das Projekt von Tabea Heinicker wird fortgeführt von Eva Fuchs.

12tel Blick – Juni 2018

Im Juni ist mein „12tel Blick“ wirklich in allerletzter Minute entstanden. Am 30. Juni abends, nach Sonnenuntergang. Dieses Bild hatte ich schon den ganzen Monat im Kopf. Oft war auch das Wetter so, dass es umsetzbar gewesen wäre. Genau so oft war ich am Abend aber auch froh, nicht noch mal loziehen zu müssen. Der Juni hatte es mit Aufgaben und Terminen wirklich in sich. Ich wollte das letzte Licht des Tages einfangen, den letzten Schimmer am Horizont. Als Reminiszenz an die Sommersonnenwende, dem längsten Tag im Jahr, Johanni mit seinen vielen Feuern auf den Bergen aber auch als logische Folge des Mai-Blicks! Also bin ich losgezogen, mit dem Auto bis zum Westbahnhof in Geislingen und dann weiter zu Fuss. Die Aufnahmen waren bald im Kasten, mal mit längerer, mal mit kürzerer Belichtungszeit. Am Ende habe ich mich für 10sek bei Blende 11 entschieden. Später habe ich noch ein paar Lightpaintings gemacht. Die Kamera in der Wiese, Belichtungszeit 30sek und dann mit dem externen Blitz die Bäume aufgehellt. Vielleicht ein andermal mehr davon! Auf dem …

12tel Blick – Mai 2018

Ihr Lieben, dieser Mai ist wie in anderen Jahren der Juli oder August. Es ist hochsommerlich heiß. Am Abend, nach der großen Hitze sitzt man gerne draußen und hört dem Gewittergrummeln in der Ferne gespannt zu. Vor vier Wochen habe ich noch die schönen Blüten auf der Obstwiese fotografiert, jetzt meint man bald ernten zu müssen… Aber ganz so schnell geht´s dann doch nicht. Erst einmal steht die erste Heuernte an! Die hat mich tatsächlich überrascht, als ich mich gestern auf den Weg gemacht habe. Am Nachmittag hat es Gewittert und danach kam die Sonne noch mal raus um spektakulär unterzugehen! Für mich genau der richtige Moment für meinen 12tel Blick. Das Zirpen der Grillen und der Duft des frischen Heus nach dem Regen waren unwirklich, ein kleiner Augenblick des Innehaltens in dieser schnellen Zeit! Ich wünsche Euch viele Augenblicke wie diesen im heraufziehenden Sommer, Liebe Grüße, Thomas 12tel Blick, das Projekt von Tabea Heinicker wird fortgeführt von Eva Fuchs.  

12tel Blick – April 2018

Dieser Monat hatte es wirklich in sich! Jede Woche veränderte sich die Natur und etwa ab der Monatsmitte gab es eine regelrechte Farbexplosion! Was sich an Ostern angekündigt hatte fand nun seinen Höhepunkt, der Frühling ist in vollem Gange – wir sind im „Vollfrühling“ angekommen! Eigentlich eine schöne Sichtweise mit den zehn Jahreszeiten. Die werden meiner Serie „12tel Blick“, dem Projekt von Tabea Heinicker einfach besser gerecht. An den Blüten konnte ich nun auch die Obstsorten erkennen. Der erste Baum, vorne links ein Birnbaum! Der Baum schräg dahinter zur Bildmitte hin ist ein Apfelbaum Und in der Wiese gab es auch noch jede Menge zu entdecken… Die Straßen sind übersäht mit gelben Blütenstaub, die Allergiker erkennt man an den Schniefnasen, die Rasenmäher rattern wieder und neben dem süßen Fliederduft überzieht ein feiner Grillgeruch das Land! Nur eins fehlt in diesem Frühling überdeutlich – das Summen der Bienen in den Obstbaumblüten! Achtet mal darauf! Eine Initiative, die informiert und etwas gegen das Insektensterben tut unterstütze ich gern!  

Dresden – Alte Liebe rostet nicht

Vom 23. bis 25. März war ich – das erste mal seit vielen, vielen Jahren – wieder einmal in Dresden. Ich habe meine Frau begleitet und meine Schwiegermutter, die beide an einem Kalligraphie-Kurs teilgenommen haben. Ergebnisse und einen kleinen Beitrag gibt es hier! Die Idee war simpel, wir haben uns eine Ferienwohnung gemietet und während die Frauen an drei Tagen fleißig schreiben üben 😉  konnte ich die Stadt neu entdecken und viel fotografieren. Vor 35 Jahren war ich oft in Dresden. Meistens auf der Durchreise mit Freunden ins Elbi zum Boofen, manchmal auch länger zum Dixiland-Festival. Die Frauenkirche war damals noch ein Trümmerhaufen! In der Zwischenzeit habe ich viele andere Städte besucht. Eine wichtige Erkenntnis der Reise: so wie Dresden liegen die bekanntesten von ihnen immer an einem Fluss: London, Paris, Berlin, Prag, Budapest… Und Dresden hat schon bessere Zeiten in den Medien erlebt – nicht zu Recht wie ich meine! Die Dresdner  sind sehr stolz auf ihre Stadt. Die Frauenkirche steht symbolisch dafür. Erbaut aus alten Steinen (etwa 45%) und neuen Steinen erhebt sie sich wieder inmitten der Altstadt auf dem Neumarkt. Der …

12tel Blick – März 2018

Es ist Karfreitag, der 30. März 2018! Wenn ich in den März zurückblicke sehe ich hauptsächlich grauen Himmel, Temperaturen um den Gefrierpunkt und ein ganz zaghaftes Frühlingserwachen. Vor gut einer Woche war Frühlingsanfang mit einem kurzen Sonnenintermezzo, der Winter aber hat in diesem Jahr nicht wirklich Lust das Feld zu räumen – oder doch? In meiner Serie „12tel Blick“, dem Projekt von Tabea Heinicker habe ich mir in diesem Monat Zeit bis zum letzten Tag gelassen. Das Osterfest steht kurz bevor. Es kündet vom Ende und vom Neuanfang – und wenn ich meine Bilder von heute Morgen so anschaue fällt mir unvermittelt der Monolog des Dr. Faust ein, der Osterspaziergang: Vom Eise befreit sind Strom und Bäche Durch des Frühlings holden, belebenden Blick; Im Tale grünet Hoffnungs-Glück; Der alte Winter, in seiner Schwäche, Zog sich in rauhe Berge zurück. Von dort her sendet er, fliehend, nur Ohnmächtige Schauer körnigen Eises In Streifen über die grünende Flur; Aber die Sonne duldet kein Weißes, Überall regt sich Bildung und Streben, Alles will sie mit Farben beleben; Doch an Blumen fehlt’s im Revier, Sie nimmt geputzte Menschen …