Korsika, Reise
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…anders als gedacht

Canyoning im Tal der Fiumicelli

Die Zeit fliegt und wir haben unser Bergfest längst hinter uns. Inzwischen haben wir einen schönen Rhythmus gefunden. An einem Tag unternehmen wir etwas um uns am darauffolgenden Tag von den „Strapazen“ zu erholen – wobei für das gestrige Event eher eine weitere Woche Urlaub notwendig wäre: wir waren beim Canyoning! Keine geführte Tour, wir hatten die Tour entsprechend einer Beschreibung im Reiseführer gewählt, im oberen Tal der Solenzara. Die Beschreibung war eher oberflächlich und so haben wir unterwegs angehalten, um nach dem Weg zu fragen. Im Solenzaratal waren wir schon ein gutes Stück gefahren und hatten schon einiges an Höhe gewonnen. Die Strasse war eng und der Platz schien geeignet, es standen bereits einige Autos am Rand (Stuttgarter, Tübinger und Freiburger Kennzeichen…) Ein Mann, etwas älter als ich, stellte sich neben unser Auto auf und es schien als würde er warten, dass ich aussteige…
Später stellte sich heraus, dass unsere geplante Tour 7km weiter talaufwärts beginnen würde und der sympathische Mann mit seiner französischen Frau und seinen Töchtern einen ähnlichen Plan verfolgten wie wir. Bloß ihre Tour würde genau hier beginnen und ob wir nicht Lust hätten die Tour gemeinsam zu gehen. Man könnte dann die Autos entsprechend am Ende der Tour bereitstellen. Die Familie war sympathisch,  die Tour sollte 3,5h dauern und wir haben eingewilligt. In seinem Reiseführer war diese Tour als die schönste Tour beschrieben, in meinem war kein Wort über genau diese Tour erwähnt – schade eigentlich!
Was dann folgte war Natur pur und ein Familienabenteuer,  dass wir alle nicht so schnell vergessen werden. Bekleidet mit Badesachen und Wanderschuhen (ich hatte noch einen Rucksack mit Wasser und wasserdicht verpackten Autoschlüssel) haben wir uns aufgemacht das Tal der Fiumicelli zu durchwandern, durchklettern und zu durchschwimmen. Wir sind über tonnenschwere Steine balanciert, Wasserfälle hinunter gerutscht,  mussten in manche Gumpen (ausgewaschene Wasserbecken) springen um dann zu schwimmen. Es war spektakulär,  ich habe selten in meinem Leben etwas vergleichbares gesehen und erlebt!
Das ganze war sehr anstrengend und wir waren alle froh nach knapp vier Stunden unser Ziel erreicht zu haben. Erschöpft und glücklich gabs dann erst mal Essen, trockene Kleidung und trockene Schuhe.
Heute spüre ich Muskeln, von denen ich keine Ahnung hatte, dass es die überhaupt gibt…
Passend dazu war unser Erholungstag heute sehr stürmisch, extrem hohe Wellen und exzellentes Drachenwetter. Den Nachmittag haben wir dann beim Häuschen verbracht.
Morgen wollen wir nach Bonifacio ganz im Süden (Danke Lutz für den Tip)
Liebe Grüße von der Insel und Danke Klaus für die Bilder und die nette Einladung!

Daten/Fakten

  • Parken Start 41°50’33.95″N / 9°18’3.91″E von hier ca. eine halbe Stunde zum Fluss, anfangs parallel zur Straße
  • Parken Ende  41°50’17.82″N / 9°18’31.79″E Hier gibt es neben der Brücke einen kleinen Parkplatz, Fußweg zum „Parken Start“ über die Straße ca. 30min
  • Es gibt keine Chance hier „trocken“ durchzukommen, das sollte man auch bei der Ausrüstung beachten.
  • Autoschlüssel wasserdicht verpacken, genügend Wasser und Essen einpacken. Kommt man vom oberen Parkplatz zum Fluss gibt es schöne Plätze fürs Picknick…
  • Nie mit Rucksack auf dem Rücken ins Wasser springen! Rucksack den Begleitern zuwerfen, dann erst springen…

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